Einer von Geschichten

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Unsichtbare Blinde

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Dachgeschoss eines Mehrfamilienhauses, an der Stadtgrenze, 20.08.1987

Die junge Frau, die in Wohnung Nr. 8 lebte, schloss die Wohnungstür auf. Zwei-Zimmer-Wohnung unter dem Dach, Produkt der Massenfertigung, solche Wohnungen gab es überall im Land. Das mochte einfallslos klingen, aber der Vorteil von gleich gefertigten Wohnungen bestand darin, dass man sich auch bei Besuchen andernorts gut zurechtfand und nicht nach dem Weg zur Toilette fragen musste.
Das Schloss war schon am Anschlag, also hatte jemand sich Zugang verschaft. Sie erwartete eigentlich keinen Besuch, von anderen Bewohnern.
Die Frau sah an sich hinunter und befand ihre grauen Tuchhosen und die blassrosane Bluse für ausreichend für einen fremden Besuch, um sich nicht zu schämen.
Sie öffnete die Tür und späte zuerst durch einen Spalt nachdraussen. Ihr Blick fiel auf eine Frau, die in ihrem verschliessen Sessel thronte. Eine ziemliche Menge Frau. Nicht dass ihr Gegenüber dick war, keinen Falls. Sie war nur extrem riesig und überragte sie, als sie aufstand, um fast mehr als zwei Köpfe. Sie trug einen langweiligen grauen Anzug und lächelte freundlich. Zu freundlich
"Guten Tag", begrüsste die Riesin ,"Darf ich sie bitten einzutreten?"
"Um was geht es? Ich erkenn Sie leider nicht“, erwiderte etwas ungeschickt die Mansardenbewohnerin.
Sie kannte diese Frau nicht und, auch wenn sie trotz ihrer Größe harmlos wirkte, war es ihr nicht geheuer sie in ihre Wohnung zu haben.
Die Riesin zog einen Ausweis aus der Tasche, während sie ihr gegenüber diskret reindrängte.
Die überrumpelte Hausbewohnerin kam gar nicht dazu etwas zu entziffern, da sie verschreckt auf das Wappen starrte, welches den Ausweis zierte. Es wurde vom dem Schriftzug Ministerium für Staatssicherheit geziert.
Die Stasi! Aber warum, weshalb, weswegen?
Die Besitzerin der Wohnung besaß ein ungewöhnliches Talent, das sie unter dem Namen Mirabilis nutzte, aber sie hatte versucht nie aufzufallen. Oder war dieser Behemoth wegen etwas anderem hier?
Besagte Frau zog derweil einen der beiden Küchenstühle zurück.
"Bitte nehmen Sie doch Platz", bat sie.
Mirabilis wurde in ihrem eigenen Haus aufgefordert sich hinzusetzen? Sie erkannte das Getue. Die Fremde wollte ihr deutlich machen, wer hier die Hosen anhatte, nicht die eigentliche Eigentümerin dieser Wohnung.
"Zuerst würde ich gerne wissen weshalb sie in meiner Wohnung gekommen wollten, in die sie sich selber Zugang verschaff haben"
"Es geht um Ihre… besonderen Kenntnisse. Laut dem was wir wissen sind sie fähig… nennen wir es ’Wunder zu wirken’", als Antwort auf die letzte Frage, hielt sie den Universal Schlüssel der Vermieterin hoch.
Also doch wegen ihrem Talent. Mirabilis hatte gehofft, unentdeckt bleiben zu können bis bessere Zeiten anbrachen, aber offenbar hörten die Ohren der Stasi wesentlich mehr als ihr lieb war.
"Es tut mir sehr Leid, aber ich weiß nicht Sie meinen", sagte sie freundlich, "Ich habe es nicht so mit Aberglauben und wenn mir unterstellen wollen, ich gehöre einem Kult an, bitte ich sie zu gehen. Ich zahle meine Steuern so gut wie es halt geht, bin aber vorbildlich" Sie lächelte möglichst freundlich und naiv.
Die Riesin grinste. Ein breites Oh-Ich-Krieg-Dich-Kleines-Grinsen. Mirabilis schauderte unvermittelt.
"Wie bedauerlich. Dann werden wir Frau Zwergat wohl nochmal eingehend fragen müssen, warum sie solchen ‚Aberglauben’ erzählt."
Mirabilis Lächeln verrutschte, aber nur weil sie ihre ganze Willenskraft braucht um es aufrechtzuerhalten.
Frau Zwergat war eine freundliche ältere Frau, die viel zu nett war, um sie zu verpfeifen.
"Hat sie mich bei euch gemeldet, weil ich die Blumen vergessen habe zu giesen?", fragte sie mit gespielten Entspanntheit.
"Waaaas? Nein. Aber einer unserer Mitarbeiter hat diese interessante Pfanne bemerkt, die sie hat. Die, die Pfannkuchen von selbst wendet. Praktisch, wenn einem im Alter die Kraft in den Armen verlässt. Vor allem wenn die Enkel zu Besuch kommen. Putzige Enkel, angemerkt. So putzig, dass sie von einer ‚netten Zauberin’ in vierten Stock sprechen, die ihnen eine lebende Puppe versprochen hatte" Das Lächeln nahm schmerzhaft Ausmasse.
Mirabilis schluckte unmerklich. Sie hatte die Frau eingeschärft immer ihre Hand am Griff zu lassen, damit niemandem auffiel, dass die Pfanne, die sie geflickt hatte, fliegen konnte. Und sie hatte nicht erwartet, dass man den Kindern glaubte.
Sie wollte sich nicht vorstellen was passieren würde wenn die Stasi sich entschloss bei ihr noch etwas nachzubohren.
"Ich bin beeindruckt und verängstigt ob Ihrer Spionagefähigkeiten. Eher beängstigend. Was wollen Sie? Vielleicht noch wichtiger, wer sind sie?!?", sie gabe die Fassade auf. Volle Panik. Vielleicht konnte sie so ein gnädigeres Urteil ermogeln.
"Im Moment reicht es, wenn sie mich Sandra nennen", sagte die Riesin. "Setzen sie sich und ich werde ihnen alles erklären."
Mirabilis tat wie geheißen.
"Ich bin hier um ihnen ein Angebot zu unterbreiten", begann ‚Sandra’.
"Reden wir hier von einem ‚Angebot’ oder einem Befehl? Was droht mir, wenn ich ablehne?", fragte Mirabilis leise.
Sandra kicherte. "Ich mag sie jetzt schon", sagte sie, offenbar die Frage als oposition missdeutend.
"Ah", kam es von Mirabilis.
"Dann nehme ich sie in Untersuchungshaft wegen potentiell staatsgefährdender Aktivitäten"
"Weswegen? Weil ich Grossmüttern helfe? Ah, vergessen sie es. Wenn sie wollen, und sie müssen sich nicht mal gross Mühe geben, finden sie einen Grund…" Mirabilis seufzte.
Sie mochte dieses Grinsen im Gesicht ihres Gegenübers nicht.

Gegen eine Stasi-Agentin anzukommen erwies sich als unmöglich. Mirabilis war gezwungen einzuwilligen, wenn sie nicht für den Rest ihres Lebens eingesperrt werden wollte.



Unter dem Ministerium für Staatssicherheit, Berlin, 21.08.1987

Wie sich herausstellte, unterhielt das Ministerium für Staatssicherheit extra eine Abteilung für übernatürlichen Kram aller Art. Abteilung XXV.
Dort fand sich ziemlich viel, von singenden Yoga-Palmen über wortwörtliche Gulaschkanonen bis hin zu einem Ding, bei dem man sie informierte, dass es früher ein Parteifunktionär gewesen war, der an die falsche Tür geklopft hatte.
Die Abteilung erforschte das Abnormale um den Griff, in dem die Stasi die DDR hielt, zu festigen. Neben Mirabilis arbeiteten auch andere Magierbegabte hier, sogenannte Magister. Sie bekam so einen Titel, Magistra Wunder, welcher ihr erstaunlicherweise sehr gefiel. Es gab schlimmere Namen, einer der hier rumlief hieß zum Beispiel Flamm, offenbar nach seinem Lieblingsgericht. So nannte man doch keine Person!
Der Boss dieses ganzen Apparats war ein gewisser Offizier Mader, mit Magister Krone als Chef über alle Magister. Ersterer brachte den Absonderlichkeiten hier dasselbe Interesse entgegen wie exotischen Krankheiten, was hieß, dass er davon mal gehört haben konnte, sich damit aber nicht mehr als nötig befassen wollte. Eine ausgezeichnete Wahl für den Posten.
Weniger gut fand Mirabilis den Posten mit Krone als Besetzung. Der Kerl war ein … sehr, sehr Eigen. Brillant, ohne Zweifel, aber ein Egoist. Und ein Forschergeist, was eine gefährliche Mischung ergab. Wenn Offizier Mader nicht wäre, hätten die Abteilung einpacken können.
Aber man konnte so viel vom Spinner lernen. Und er wusste wo jemandes Stärken lagen. er erkannte schnell Mirabilis Fähigkeiten für die ‚Verwünschung’ von Objekten und bildete sie dahingehend weiter aus (Wenn es seine Laune zu lies). Das war auch bitter nötig, denn man verlangte von Mirabilis, neue Gegenstände für Abteilung XXV zu entwickeln. Imer schneller, immer besser. Sie lehnte es strikt ab, irgendwelche Waffen zu entwickeln. Leider konnten Mader wie auch Krone damit arbeiten.
Entgegen ihrer anfänglichen Befürchtungen herrschte ein beunruhigend ruhiges Arbeitsklima. Aber manchmal wurde es richtig hektisch, wenn eine dieser Anomalien ausbrach.
So lies es sich arbeiten.



Ein Labor des Ministerium für Staatsicherheit, Berlin, 18. 10. 1987

Magistra Wunder, saß bedrückt an ihrem Werkplatz. Sie hatte in dem Projektbericht von letzten Donnerstag ein wenig beschönt.
Zwar hatte sie besagten 4 m2 großen Umhang, doch zweifelte sie, dass sie am Ende des Monats, ein brauchbaren Prototypen hinbekommen würde. Sie kam auf keine Lösung, obwohl sie die erste war die kam, und die letzte die ging. Sie seufzte und erhob sich, um zum wiederholten Mal das Stoffstück unter dem Licht zu begutachten.
Ein ruhiges, aber bestimmtes Klopfen wies sie auf den erwarteten, oder eher befürchtete, Besucher hin. Sie strich den Soff glatt und bat den erfahrenen Magister herein.
Magister Krone war zwar nicht deutlich grösser als sie ihn vorgestellt hatte und strahlte eine Selbstsicherheit und Erfahrung aus, die sie Respekt gegenüber ihm fühlen lies. Er wirkte jünger als sie sich ihn vorgestellt hatte. Sie musst sich eingestehen, dass sie sich einen „weisen Meister“ vorgestellt hatte. Doch trug er anstelle der Robe einen schlichten blau, braunen Anzug und von dem Bart war nur ein gepflegter Bereich an Kinn übrig geblieben. Am Kinnbart kratzte er, sich als er ihre Arbeit betrachte, nachdem sie fertig geredet hatte. „Mit Kanälen und Adern, um eine Wahrnehmungsstörung zu erzeugen, haben Sie es noch nicht versucht, Frau Wunder?“
Sie zögerte: „Ich bin noch sehr grün Hinter den Ohren, daher sagen mir diese Dinge leider nichts… Was meinen Sie mit Wahrnehmungsstörung Werter Magister Krone?“ Dabei hatte sie vorgehabt, einen so guten Eindruck zu machen. Seine Reaktion aber überraschte sie.
„Sie fertigten dies, ohne einen Ahnung von ätherischer Information zu haben?“
„N…Nein, werter Magister Krone. Habe ich… ich einen Fehler gemacht?“, fragte sie nervös den Magister in Angst sehr herbe Kritik von diesem zu bekommen, doch es kam nicht so.
„Erlauben sie mir eine Frage, Magistra Wunder. Waren sie an…“, er überlegte sich etwas kurz, „… an einer Schule oder Universität, wo man ihnen so etwas zeigte?“
„N-nein.“, entgegnete Wunder, „Auch keine Ausbildung als Famuli bei einem Magus oder Maga?“
„Nein, ich habe mir alles selber bei gebracht.“ „Also haben sie es aus Bücher, wie man Magie nutzt? Was sie hier gebastelt haben, ist eine sehr komplizierte Art um dass Problem zu lösen“
Sie blinzelte mehrmals kurz. ‚Magie’? Ein erwachsener Mann, der in einer sozialistischen Abteilung arbeitete, nutze so ein abergläubisch anmutendes Wort. Doch sie war zu neugierig.
„Was meinen sie mit Magie? Ich dachte das sei normal“
Magister Krone lies nicht locker: „Hatten Sie Zugang zu Bücher der ‚Akademie’?“
„Akademie? Nein, ich habe schon als Kind gerne erschaffen und für andere Spielzeug gemacht…“
Magister Krone sah sie sehr genau an und ihr war dabei unwohl. Ein wenig in Gedanken, dachte er laut: „Da läuft rein zufällig ein Naturtalent uns über den Weg und die Akademie hat sie nicht vorher aufgenommen. Wie kann ich diese Tatsache ausnutzen?“
Er wand sich wieder dem unfertigen Prototypen zu. „Mal sehen, was ich machen kann… Sie werden so einen Kanal aufzeichnen, wo durch… nein, so entlang“, während er ihr erklärte, führ er mit dem Finger Muster über den Stoff. Magistra Wunder zeichnete die Linien nach, da sie zu komplex waren, um als Leihe sie sich zu merken.
„Mit was male ich die Linien?“, fragte sie, als er endete.
„Oh, das werde ich ihnen schon noch früh genug zeigen.“, sein lächeln war ihr nicht ganz geheuer.



Schulungsraum des Ministerium für Staatsicherheit, Berlin, den 25. 10. 1987

Magister Krone beendete den Satz und ein kleines ‚Irrlicht’ wuchs. Magistra Wunder flüsterte unsicher die Formel nach, und mehre kerzenflammengrosse Lichter erschien. Sie seufzte und machte ein frustriertes Gesicht. Magister Krone rieb verärgert seinen Kinnbart.
Nach dem ihr Magister Krone den Schwur, dass sie niemanden ausserhalb der Abteilung über die internen Machenschaften erzählen würde, mit ‚Siegel’ und ‚Fluch’, versuchte er ihr seit fast einer Woche, die Grundlagen der Magie einzuführen.
Zwar war Krone einer der Klassenbesten gewesen, doch war er zum Teil mit seinem Latein am Ende. An Ehrgeiz fehlte es ihr sicher nicht, ehr das Gegenteil, sie machte ihm alle ehre. Offizier Konstantin Mader hatte mehrmals schon gewarnt, dass sie ihrem Meister nicht zu sehr nacheifern sollte. Zwar war Wunder fähig die Formel und Anweisungen zu nutzen und etwas zu erschaffen, doch entweder war es zu lebendig oder unterschied sich sonst wie von dem was der Magus vormachte. Krone bemerkte schnell, dass sie ehr ein Lenkender-Typ der Schamanen und Druiden war, was ihm, als unterwerfender und beugender Zauberer, schwer machte sie richtig auszubilden. Nicht unmöglich, nur schwerer.
Seine Lichtkugel blieb gehorsam in der Luft, während ihre ‚Glühwürmchen’ eifrig um sie herumschwirrten, scheinbar um sie aufzumuntern. „Schluss für heute, meine Zeit ist begrenzt. Studieren Sie die Bücher, die ich ihnen geraten habe“, schlug Krone. „Meinen sie, Meister Krone?“ Ob wohl er nur herzlos nebenbei sie ausbildete, nahm sie eben dies als Motivation, um ihn zu beindrucken, was sich in ihren Vorschritt ersichtlich machte. Der einzige Grund, dass er sich überhaupt noch darum kümmerte.
„Zeigen Sie Prototypen T1 “ Sie wurde wieder wacher und reichte ihm den fertigen Prototyp T1. Er überflog es. „Gut, Sie haben sich sehr pingelig an meine Vorgabe gehalten“ Magistra Wunder streckte stolz die Brust raus. Sie ist in manchen Belangen wie ein Kind. „Nächsten Dienstag ist es so weit, dass Sie es Offizier Mader zeigen können.“



Funkzentralle des Ministerium für Staatsicherheit, Berlin, den 9. 11. 1987

Magistra Wunder sass nervös neben der Person, die Agent Os Funksprüche empfing. Nicht nur war dies das erste Mal, dass sie eine Mission miterlebt, sondern auch ihr Können wurde auf die Probe gestellt. «Hier Agent O. Befinde mich in den Stadtteil… nähere mich dem Gebäude», krächzte es aus dem Lautsprecher. Wunder rutschte näher. Sie sass verständlicherweise auf Nadeln, was auch die Person neben ihr nervös machte. „Verstanden, Agent O“ Die folgende fünf Minuten waren mit der schreienden Stille gefüllt. «Bin vor dem Gebäude. Steige gleich aus.» Das öffnen und zu knallen einer Tür. Schritte, zügig, aber nicht zu eilig, da es auffällig gewesen wäre. «Es ist wolkig, doch zum Glück weht ein Wind. Wir können Regen nicht brauchen…» Magistra Wunder lehnte sich schnell vor, bevor der Funker etwas tuen konnte. „Wenn alles klappt, sollten Kugeln ihnen kaum was anhaben“ «Kaum? Wie beruhigend…» „So lange sie schmerz fühlen, sind sie angreifbar, aber versuchen soll man sie zu treffen.“ Der Funker schob sich wieder vor das Gerät. „Riskieren sie es trotzdem nicht, haben sie verstanden?“ «So klar, wie es… Ich muss still sein» Wunders krampfte zusammen. Bitte, Bitte, klappe. Sie wusste genau so gut, dass ihr Prototyp funktioniert. Magister Krone hatte seinen Segen gegeben und bei der Vorführung war Offizier Mader zu frieden gewesen. Agent Os Schritte wurden immer leiser, aber verstummten nicht vollständig. Wie ein Hintergrundgeräusch waren zwei, drei, vielleicht vier Männer zu hören, die den Spion in ihrer Nähe nicht bemerkten. Magistra Wunder hatte plötzlich ein Schreckensvision: Wie würde der Spion O unauffällig in das Gebäude kommen, ohne dass sich jemand über die sich selbst öffnete Tür zu wunderte?
Agent Os schritte wurden entspannter, doch er flüsterte immer noch: «Bin im ersten Stockwerk. Alles ist sehr ruhig, nach der Uhrzeit wäre das nicht zu überraschen. Es ist komisch, sonst infiltriere ich, wenn man mich sieht. Und wenn ich mich reinschleiche, ist dass eine vollkommen andere Route…» Der Funker tippte leicht gegen das Mirko: „Seien sie trotzdem wachsam, wie können dass nicht brauchen, wenn sie übermütig werden“ «Sie haben recht. Bin schon im zweiten, … » O blieb stehen, beziehungsweise es wurde überaus still. Ein dumpfes, stapfendes Geräusch, so laut, das es sehr deutlich zu hören war, durch drang das rausche Stille. Schrecklich lange zehn Minuten schlichen vorbei.

«Was bei Lenin Schnauzer…!», fauchte Agent O endlich.
„Was ist los gewesen?“, Der Funker war jetzt besorgter und nervöser als die Frau neben ihm. „Was haben wir gehört? Antworten Sie bitte“ «Ich weiss es nicht, aber es war sicher anomal. Ich sage mehr dazu, wenn ich zurück bin. Ich…», kurze Stille, «Ich bin in Verzug, weil dauernd etwas mich aufhält»
Das leise Kratzen lies vermuten, dass O sich an einer Tür zu schaffen gemacht hatte.
Ein Flattern und Klack einer schliessenden Tür, gefolgt von einem Klick einer Taschenlampe. O summte nervös.
«Ich habe die Dokumente» Os Stimme knackste aus den Lautsprechern. «Und da der grösste Teil schon weg ist, kann ich ungestört rausgehen»

Wunder lauschte dem Tipp-Tapp der Füsse die etwas auffällig die Türe eilten. Das Warten hatte sie an den Fähigkeiten des Agenten zweifeln lassen.
Was wenn nicht mein Prototyp, sondern der Agent am Scheitern schuld war? Würde man ich dann auch schuldig sprechen? Bitte, lass es gut kommen.
Das Laute schlagen einer Autotüre erklang. «Bin im Trabanten»
„Gratulation, Agent O. Wir erwarten sie“
«Schmeissen sie den Kaffeekocher an, ich brauche etwas zur Stärkung»



Ein Labor des Ministerium für Staatsicherheit, Berlin, 12. 11. 1987

Magistra Wunder schrieb den Brief schnellst möglich fertig. Sie musste Malkuth klar machen, dass er sich von ihr fernhalten soll. Nach dem das Papier im blanken Briefumschlag verschwunden war und es eigentlich unter ihren Kleidern verfrachten wollte, kam Agentin S ungebeten rein.
„Hier bist du. Warum bist du so unruhig?“ Wie immer gradeheraus. Natürlich bemerkte sie das Couvert. Sie hob nur eine Braue und bevor Wunder was machen konnte, hatten die langen Finger es entwendet. „Ich erlaube mir das zu ‚konfiszieren’“
Sandra musste sich nicht di Mühe machen es aufzureissen, da Wunder sich nicht die Mühe gemacht hatte, es zu verschliessen. Wie es eine erwachse Frau möglich war, wartete Wunder, wie ein Kind, auf ihre Bestrafung.
S beendete das Lesen des Textest und schwieg, wie sie es sich gewohnt war von Verhören.
„Wenn man mich fragt, wird ich sagen, dass ich dich erwischt habe, wie du versuchtest…“ „Ich kann…“ „Unterbrich mich nicht! … dass ich dich erwischt habe, wie du versuchtest, auf eigene Faust ein Mitglied des Caecus Carneliana-Kollektiv mit einem Trick festzunehmen. Diese Aussage wirst du bestätigen, haben wir verstanden?“ S erwartete keine Antwort auf die Frage.
„Danke“, kam es leise von Wunder.
„Dank mir nicht. Einigen wir uns, dass du mir dafür etwas schuldest“

Krone sah skeptisch zwischen S und Wunder hin und her. Natürlich wollte er nicht verhindern, dass man einer von diesen Wichtigtuern vom Kollektiv fasste, aber ob Malkuth so blöd wäre reinzufallen? Nah.
„Ich habe meine Zweifel“ Eine simple Antwort. „Aber ich denke ich kann es Offizier Mader verkaufen. Mit etwas von meinem Charme“
S und Wunder sahen nicht begeistert aus. Krone sah verärgert aus.
„Kommt mir nicht so, eure Geschichte klingt nicht so glaubwürdig“, und mit diesen Worten ging er, leis vor sich hin murrend.



Ein Labor des Ministerium für Staatsicherheit, Berlin, 15. 12. 1987

Magister Käfig und Feder sahen interessiert, aber auch überfordert zu, wie ihre Kollegin die Muster auf dem Stoff nachfuhr. „… und dadurch, wird die Illusion vervollständigt“ Feder, der nur ein wenig älter war als sie, schwieg. Käfig, der ein Riese von Mann war, führ mit den Augen grob die Bahn nach, bevor er die vorherige Frage beantwortete: „Ich habe so was noch nie gemacht… theoretisch ginge das, ob ich es aber reproduzieren kann… bin mir noch nicht sicher“
Magistra Wunder lächelte. „Ich habe auch eine Weile gebraucht, als Magister Krone es mir beibrachte“
Feder wollte etwas sagen, schloss aber den Mund wieder, was ungewöhnlich war. Wenn nicht er sprach, dann seine Konzepte. Magister Feder war eigentlich für Mechaniken und filigrane Hilfsmittel verantwortlich, wurde aber wegen seinem Geschick zu diesem Projekt zugeteilt. Endlich fielen ihm die richtigen Worte ein: „Ich kann es nachahmen, aber nicht sofort. Es ist für mich schwierig, etwas unsichtbares so genau herzustellen“
„Offizier Mader gibt uns Zeit und ich denke wir schaffen das“
Magister Käfig schauderte. Niemand wusste warum, aber er hatte eher mehr Furcht als Ehrfurcht vor ihrem Vorgesetzten.
„Okay, setzten wir uns dann mal ran“



Ein Labor des Ministerium für Staatsicherheit, Berlin, 21. 1. 1988

Magister Wunder verpackte die unfertigen T1 Exemplare und die teilweise verbrauchten Materialien. Sie war auf eine Art traurig, dass die Produktion der T1-Prototypen unterbrochen wurde. Wobei sie durch die Neueinteilung auch positive Gefühle hatte. Sie wollte die Mittel und Möglichkeiten bis zum bitteren Ende nutzen.
Sie war, ist und wird immer die Frau sein, die den Menschen half. Sie sah gedankenversunken in die Kartonschachtel. Wunder hatte Freundschaften aufgebaut, ein zwei unvermeidliche Feindschaften und hatte immer getan, was man ihr aufgetragen hatte. Ihr Freundeskreis blieb eher überschaubar.
Da war Agent K. Ein Spion, Dieb und Saboteur, der immer ein paar Geschenke von seinen Aufträgen mitbrachte.
Ab und zu konnte sie mit Magister Feder reden. Er war mehr ein schüchterner Mann, der selten seinen Werkbereich verlies. Es hatte es entspannendes mit ihm zu arbeiten und dem Ticken, dass ihm immer begleitete, zu hörten.
Dann Magister Käfig. Ein sanfter Riese, normalerweise, allerdings konnte man ihn an einem Tag mit einem Ferkel spielen sehen, welches er am nächsten Tag in seine Einzelteile zerlegte.
Eine eher nicht so sanfte Riesin war Agentin S, die sie als kannte "Sandra". Mirabilis brauchte eine Weile bis sie merkte dass Agent S, oder scherzhalft wegen ihrer Größe Olga gerufen wurde, einfach nur ihre Arbeit tat, die darin bestand neue Kräfte für Abteilung XXV aufzulesen. Psychologischer Druck wirkte hier am Besten um zu verhindern, dass ihre Ziele hinter schwedische Gardinen wanderten. Agentin S war, wie Wunder ungläubig feststellte, strikt gegen so etwas, aber Haftbefehle wurden von höherer Stelle erlassen. Sie war nur die, die sie ausführen musste, wenn nötig. Darüber, dass sie beide zu ihrer Arbeit gezwungen wurden, bauten sie eine Freundschaft auf.
Auch wenn Agentin S aufgrund ihrer sadistischen Ader mehr Spaß dran hatte.
Wunder hatte zwar Spaß an dem was sie tat, bei dem was sie herausfand, aber der wurde durch das Wissen darum getrübt, wofür ihre Erfindungen eingesetzt wurden. Sie wusste jetzt ungefähr, wie sich Robert Oppenheimer gefühlt haben musste…
Draußen in der Welt ging es für die DDR immer weiter bergab, und Mirabilis wusste, dass ihre Zeit irgendwann kommen würde.

Agentin S kam herein. „Hey, Wunder, es wird knapp, als musst du dich etwas beeilen“
Wunder wurde wieder hektischer. „Du hast recht…Du hast recht… wo sind nur meine Gedanken?“
Agentin S seufzte und ging zu ihr. „Ist eigentlich nicht meine Aufgabe, aber… Soll ich dir helfen?“
„Zu freundlich von dir, Olga“, Wunder lächelte verlegen und Agentin S verdrehte die Augen. „Manchmal frage ich mich, warum ich auf die Idee gekommen bin, dass DU uns gefährlich kommen könntest“
Agentin S hatte der Magistra schon zwei, drei Mal erklärt, warum Wunder ihr ins Auge gesprungen war, doch eben dieser Zufall hatte Wunder dort gebracht, wo sie war.
Vielleicht wäre ich in dieser Akademie gelandet, von der Magister Krone immer erzählte., fragte sich Wunder, während sie S erklärte wo was hin musste. Vielleicht wäre ich auch nie entdeckt worden. Oder Schlimmer: bei einer weniger freundlichen Gruppe!
„Du träumst wieder!“, S sah sie wieder vorwurfsvoll an.


Geschichten, die ich momentan nicht weiterführe (Weil ich mich gerade was anders vorhabe):

Tag: geschichte uiu goc skp 4r saphir ggg abteilung-xxv

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Vor dem Ausstellungsgelände von der "Paranormal Convention", in ██████, ███████

12:00, Europäische Zeit, 1█. ██. 2018

Agent [Hänsel] und [Gretel]15 standen vor einem Messegelände. An der Fassade hing ein riesengrosser Banner, auf dem mit roter Schrift auf purpurner Hintergrund „Die erste und einzigartige Paranormal Convention“ zu lesen war. Aus allen Richtungen kamen die verschiedensten Leute. Mit verschieden war eigentlich ausgefallenen gemeint. Von Soldaten in Uniformen, über Kuten tragenden Sektenmitgliedern, bis hin zu Personen, die aussahen, als würden sie an eine Hardcore-Cosplayen-Wettbewerb gehen. Zum Teil war nicht mal mehr klar, ob man überhaupt noch von "Kostümen" gesprochen werden konnte.
"Wo bleibt dieser Idiot?!?", die Agentin mit dem militärischen Kurzhaarschnitt sah zum wiederholten Mal auf ihre Armbanduhr. Agent [Gretel] war schon immer ungeduldig, doch heute hatte sie besonders schlechte Laune.
Der andere Agent seufzte: "Du weisst das seine Abteilung nicht die… beliebteste ist" Agent [Hänsel] freute sich, im Gegensatz zu seiner missmutigen Kollegin, auf die "Mission".
Gerade als Agent [Gretel] wieder mit ihrer Schimpftirade fortfahren wollte, kam eine hochgewachsene Anzugträgerin auf sie zu. Sie sah aus als würde sie aus einem MIB16-Film entsprungen sein, dies fiel aber unter der Menge an "Exoten" kaum auf. Sie blieb vor den beiden Fundationsagenten schnaufend stehen. Sie überragte die beiden um fast einen ganzen Kopf.
"Es tut mir schrecklich Leid", keuchte sie mit einem schwachen englischsprachigen Akzent.
"Ich hatte Mühe das Subway hier her zu finden… Sie sind doch die beiden Skipper-Agenten, seit nicht ihr17?"
"Skipper…? Ist das so wie ihr uns bei dem FBI nennt?", Agent [Hänsel] war auch von ihrem Deutsch verwirrt. Er reichte ihr trotz dem die Hand hin, "und wir wusste nicht, dass sie eine Frau schicken"
"Hay, nicht schlimm", die Riesin nahm die hingestreckte Hand, "Ich heiss Vanessa [Nachname]18, aber meine Kollegen in der UIU nennen mich Nessy, wie das Monster"
Vanessa kicherte und schüttelte ein wenig übereifrig die Hand des Agenten.
"Gleich ob Mann oder Frau, ein FBI-Agent oder der Präsident selbst, sie sind zu spät", Agent [Gretel] war selbst auch nicht klein, aber es war trotzdem mutig, die grosse UIU-Agentin zusammenzustauchen.
Agentin Vanessa sah geknickt drein. "Ich bedaure echt, dass ich zu spät bin"
"Hab doch Erbarmen mit ihr…Lasst uns lieber endlich reingehen. Übrigens bin ich Agent [Hänsels Nachname], aber wenn ich sie Nessy nennen darf, nennen sie mich dann[Hänsel]"
Wie eines Kind, strahlte Agentin Nessy. „Natürlich dürfen sie das! Und wie ist Ihre Name?“
Agent [Gretel] schürzte ihre Lippen.
„Ich bin mal nicht so: Sie dürfen mich [Gretel] nennen“


In der Ausstellungshalle von der "Paranormal Convention

12:30, Europäische Zeit, 1█. ██. 2018

Ob wohl nur vier (4) Kassenhäuschen offen waren, wurden sie den Andrang Herr. Es war fast schon übernatürlich wie schnell die drei Agenten drankamen.
„…natürlich nehmen wir auf Reichsmark an“, antwortete der Kassier freundlich. Er sass hinter einer dicken Glasscheibe, wie ein Zootier. Zufälligerweise ähnelte er auch einer Raubkatze.
Die Dame in grauer Uniform bezahlte ihre Eintrittskarte und nahm einen Prospekt.
„Nächste. Guten Tag, Tageskarte?“
„Guten Tag“, erwiderte [Gretel], „Wie teuer wäre den eine Tageskarte?“
Der Katzenmann studierte sie, bevor er antworte: „Sie sehen aus wie Geheimagenten… lassen sie mich raten…“, er dämpfe seine Stimme, als er sich nach vorne lehnte, „Sie beiden sind von der SCP Fundation und die Lange ist vom UIU, hab ich recht“
Er setzte sich wieder hin und nahm eine Liste zur Hand. Dabei Murmelte er.
„S…S… SKP, Serpent's Hand, SCP Foundation …hm…und UIU…“, er sah noch mal auf, „Seid ihr von hier? Dann macht dass zweimal 8.40€ und ein mal …“
Er hielt inne, da Nessy ihre Geldbörse energisch durchwühlte.
„Sie könne auch in Dollar zahlen, werte Dame“, ein mitfühlendes Lächeln umspielte seine dünne Lippen.
„Wirklich?“
„Natürlich, das wäre für Sie 7.20$“
„WOW, wie billig! …ähm… Thank’s“
Der Kassierer winkte ab: „Ihr tut mir leid. Werdet kaum ernst genommen“
Nachdem sie gezahlt hatten, überreichte er ihnen noch eine Broschur. Vorne waren die schnörkeligen Buchstaben „P & C“ gedruckt, in den gleichen Farben wie auf dem Banner.
Der Verkäufer tippte drauf: „Hier ist das Programm mit alle Veranstaltungen. Die Stände sind nach Thema, Zeitalter und Universum aufgeteilt. Ich empfehle euch den Stand von GGG19 zu besuchen… und natürlich die Ansprache von der Veranstaltungsleiterin um 14:00, Raumzeit. Oh, und nehmt das“
Er schob noch Anstecker über die Theke. „Steckt die drinnen an, ist mehr eine Formalität“
„Danke. Was meinen sie mit ’…Zeitalter und Universum sortiert’? Und was ist Raumzeit?“
„Wir haben Stande von verschiedenen Paralleluniversen und Jahrhunderten. Raumzeit heisst, dass hier eine eigen Zeit ist. Aber keine Angst, Uhren hängen und Stehen genug herum. Der Rest steht in der Broschüre. Nächster“
Sie mussten Platz machen, weil eine Reisegruppe kam.


In der Ausstellungshalle von der "Paranormal Convention

13:00, Hallenzeit, 1█. ██. 2018

Nessy wies diskret auf die Reisegruppe. „Habt ihr gesehen?“
„Was den?“, [Hansel] wollte gerade die Broschüre ansehen.
„Die tragen die Uniform und das Logo von den ’Fireworks’…“
„Wen? Aha, du meinst… Moment…Was?!?“, [Hänsel] machte [Gretel] auf die Leute aufmerksam.
Sie stutze. „Warum steht eine Gruppe vom GOC an, wie als würden sie einem Betriebsausflug machen?!?“
"Ich frag schnell", [Hänsel] lief zu den GOC-Agenten.
Nach wenigen Minuten kam [Hänsel] mit einem noch verwirrten, fast schockierten, Blick zurück.
[Gretel] hatte schon was: "Erzähl…was haben sie dir gesagt?"
"Unsere 'Vermutungen' sind korrekt… Sie machen einen Ausflug.", er unterbrach sich, um einzuatmen und zeigte auf die Tür, "Ich habe sogar ihren blau-weissen Reisebus gesehen… mit Ihrem Logo, gross, fett und unübersehbar"
"Wusste nicht, dass die sowas haben. Wird sicher von Steuergeldern bezahlt", Nessy wirkte kaum schockiert, eher nelustigt.
Sie wurden unterbochen von ihrer Kollegin.
„Schaut euch mal die Anstecker an“, [Gretel] hielt sie hoch.
„Das ist das SCP-Logo und das von der UIU“
„Und unsere Namen… und paar Angaben, die ich verstehe“, ergänzte Nessy.
[Gretel] händigte jedem seines aus: "Mir war schon anfang an die Mission nicht geheuer!"


In der Ausstellungshalle von der "Paranormal Convention

13:50, Hallenzeit, 1█. ██. 2018

In der Ausstellungshalle von der "Paranormal Convention

15:20, Hallenzeit, 1█. ██. 2018

In der Ausstellungshalle von der "Paranormal Convention

16:00, Hallenzeit, 1█. ██. 2018

In der Ausstellungshalle von der "Paranormal Convention

19:00, Hallenzeit, 1█. ██. 2018

Vor dem Ausstellungsgelände von der "Paranormal Convention", in ██████, ███████

20:00, Europäische Zeit, 1█. ██. 2018